Roadshow Technische Visualistik / Technical Visualistics

Kurzbeschreibung:

Der Fokus dieses Trails liegt auf einer Roadshow. Konzeptionsarbeit und softwaretechnische Umsetzung von interaktiven Anwendungen werden präsentiert. In enger Zusammenarbeit zwischen Benutzern und Entwicklern von Interfaces und Technologien sollen Informationsvisualisierungen und innovative Softwaresysteme entstehen, die einzigartige Geschichten erzählen. Verlauf und Ausgang dieser Geschichten werden allein vom Benutzer bestimmt.

Was genau ist Technische Visualistik?

Technische Visualistik ist ein Forschungs- und Anwendungsfeld im Schnittbereich von Hardware- und Softwareentwicklung [1]. Der Fokus liegt auf der nutzerzentrierten Visualisierung von Daten und der bedienerfreundlichen Interaktion. Technische Visualistik kann auch als Interaktionsgestaltung verstanden werden. Wie wird mit Software und Hardware interagiert? Der Gedanke dahinter liegt im Entwerfen neuer Interfaces. Schnittstellen, die sich den Bedürfnissen der Anwender anpassen. Der vertraute Desktop mit seiner altbekannten geradezu tradierten Fensterdarstellung soll überwunden werden. Die Art und Weise für Eingabe und Ausgabe von Informationen soll erneuert werden und dabei altbekannte Kulturtechniken berücksichtigen.

Technische Visualistik besteht auch aus Grundlagenforschung. Hierbei im Fokus stehen die Entwicklung von Methodenrepertoires und neuer Lehrformen, aber auch die Ikonographie interaktiver Systeme [2].

Das Ziel Technischer Visualistik ist eine neue Form der Informations- und Datenvisualisierung. Es werden neue Modelle der Bilderzeugung und ein innovativer Umgang mit Bild, Text, Raum und Zeit, Farbe und Typographie in 2D- und 3D-Interfaces gesucht.
Smart Systems, also Intelligente Systeme, sind eine Voraussetzung für die Gesellschaft von morgen. Das ist ein Grund, die Kompetenzen verschiedener Akteure zu bündeln [3]. Technische Visualistik kann einer dieser Einrichtungen sein, da diese sich auf moderne Technologien konzentrierten. Der solche Systeme nutzende Mensch soll unmerklich unterstützt werden [4]. Dabei spielt unter anderem die bildhafte Gestaltung von IoT-Interfaces eine herausragende Rolle. Wie die Einbindung in die IoT-Welt gelingt, kann an verschieden Beispielen demonstriert werden, je nach Interesse und Wünschen potenzieller Roadshow-Teilnehmer.

Grundsätzlich geht es bei der Roadshow um die Präsentation von Anwendungen, die dem Feld „Smart Systems“ zu zuordnen sind. Die Anwendungen sind als intelligente Systeme, die den Nutzer in seiner Arbeit unterstützen, anzusehen, die weltweit u.U. als Direktservices abrufbar und auch mobil einsetzbar sind. Die große Herausforderung ist es, wie umfangreiche, komplexe und zeitkritische Daten zügig und sicher für den Nutzer erreichbar sind und durch diesen beherrscht werden können. Als ein Beispiel sind hier die Daten eines Nutzfahrzeugherstellers zu einem Fahrzeug zu nennen, welcher ein Assistenzsystem (möglichst remote) zur Beherrschung der Maschine durch einen Fahrzeugführer bereitstellen will. Solche Szenarien sollen zunehmend in Echtzeit zwischen Hersteller und Kunden etabliert werden. AR-Systeme in Verbindung mit der 5G-Technologie halten hier interessante softwaretechnologische Lösungen und Möglichkeiten vor. Mit vorgeschlagenem und anderen Beiträgen werden also Kunden aus Industrie und Wirtschaft adressiert. Der Trail setzt sich bisweilen aus sechs Demonstratoren zusammen, aus dem potenzielle Kunden oder Projektpartner zwei zur Besichtigung auswählen können. Die Liste der Demonstratoren ist offen. Insbesondere die Mischung aus Forschung, Angewandter Forschung, Industrie und Museum bietet ein großes Potential und ein entsprechend vielfaltiges Angebot.

Koordinatoren:

Dr. Ingmar S. Franke, Technische Universität Chemnitz
Franziska Hannß, Runder Tisch der Technischen Visualistik
Anne Zischang, Gesellschaft für Technische Visualistik

Zielgruppen:

Unternehmen, die interessiert sind an

    • Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Workflows
    • Entwicklung von neuen Methoden und Arbeitsweisen
    • Gemeinsames und verteiltes Arbeiten
    • Produktivitätssteigerung, Qualitätssteigerung
    • Datenvisualisierung und -interaktion
    • Mixed-System, wie Virtualization, Augmentation, Realization „in“ Reality und Virtuality

Mögliche Adressaten/Teilnehmer sind Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen, wie Automobilindustrie, Gesundheitswesen und E-Commerce, sowie Kommunen als auch Museen.

Partner aus Forschung, Industrie:

Name Typ Rolle Ansprechpartner
TU Dresden
Informatik
Forschung Mediengestaltung (MG) Prof. Dr. Groh
Dr. Franke
TU Dresden Maschinenwesen Forschung CAD, Technisches Design (TD) Prof. Dr. Stelzer
Prof. Dr. Krzywinski
HTW Dresden
Informatik
Angewandte Forschung Computergrafik
Benutzeroberflächen
Prof. Dr. Wacker
Prof. Dr. Freitag
TU Dresden
Naturwissenschaften
Forschung Ingenieurpsychologie Prof. Dr. Pannasch
Dr. Müller
T-Systems MMS Industrie Entwicklung (MMS) Klingenburg
Prof. Dr. Schönefeld
GTV -Gesellschaft für Technische Visualistik mbH Industrie Entwicklung (GTV) Zischang
Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD) Museum Anwendungspartner (SKD) Dr. Zavesky

Viele weitere Partner unter http://technische-visualistik.de/members

Stationen mit Demonstratoren:

    • TU – Technische Universität Dresden
    • HTW – Hochschule für Technik und Wirtschaft, Dresden
    • GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik mbH, Dresden
    • SKD – Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Besuch von weiteren Stationen bei anderen Partner http://technische-visualistik.de/members auf Anfragen möglich.

Werteversprechen des Trails:

    • Arbeitsmarktchance / Schaffung von neuen Arbeitsplätzen / Wettbewerb um die besten Köpfe
    • Kompetenzverbreitung / Befähigungsnachweis / Qualifikation
    • Präsentation / Vorstellung / Kommunikation von innovativer / neuster Technologie
    • Konzeption / Entwurf / Realisierung / Wartung / Service
    • Erfahrung / Integrativer Ansatz und Interdisziplinarität

Charakter:

Präsentation (normal): 1/2 Tag bis 1 Tag (Anfrage)
Workshop (intensiv): 3 Wochen (je nach Aufwand)

Tag/Präsentation:

Ein Präsentationstag (Demo-Tag) kann die folgende detaillierte Agenda haben. Die interessierten Besucher/potenziellen Partner können sich aus den angegebenen Demonstratoren zwei zur Besichtigung auswählen. Die Organisation übernimmt die Technische Universität Dresden, Professur Mediengestaltung in Unterstützung durch die GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik mbH, die auf konkrete Anfrage Netzwerkpartner A und B bestimmen. Ziel des Demo-Tags ist es, weitere Schritte mit dem interessierten Besucher/potentiellen Partner festzulegen und gegebenenfalls einen nachgelagerten Workshop zu vereinbaren. Kontakt oder erste Gespräche von der interessierten Öffentlichkeit erfolgen bzw. entstehen per E-Mail/Telefon/Treffen oder durch Messen oder ähnlich.

Uhrzeit, TOP
-9.45,     Anreise
10.00,    Begrüßung bei Netzwerkpartner A (für alle)
10.10,     Vorstellung des Netzwerkes Technische Visualistik
10.30,    Vorstellung des Netzwerkpartners A
11.00,     Vorstellung der Besucher/Interessierten/Kunden/Firmen
11.30,     Gemeinsame Diskussion der Materie/Thematik/ Problem-stellung/Lösungsansätze
12.00,    Rundgang und Demonstration A bei Netzwerkpartner A
13.00,    Mittagspause (inkl. Ortswechsel)

14.00,    Begrüßung bei Netzwerkpartner B
14:10,     Vorstellung des Netzwerkpartners B
14:30,    Rundgang und Demonstration B bei Netzwerkpartner B
15.30,    Weiterführende gemeinsame Diskussion der Materie/Thematik/ grobe Lösungskonzeption

16:00,    Abstimmung zu weiteren Schritten in der Kooperation, bspw. Workshop (für alle)
16:45,    Auswertung des Tages durch alle Beteiligten
17:00,    Verabschiedung
-17.10    Abreise

Workshop:

Im Nachgang zum Präsentationstag (Demo-Tag) würde sich ein gemeinsamer Workshop (Workshop-Tage) mit den potenziellen Kooperationspartnern anbieten. Folgende Agenda – sinnvoll über 2-5 Tagen verteilt – würde sich anbieten, wobei einige Tage gemeinsam gearbeitet werden und anderen zur Reflexion/Kontemplation vorgesehen sind. Die Arbeit sollte auch beim Kunden und damit vor Ort des Themas/der Problematik erfolgen. Das Ergebnis der Workshops ist ein Feinkonzept zu Umsetzung einer konkreten Lösung. Die Organisation und die Durchführung würde die GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik mbH mit Unterstützung der Technischen Universität Dresden, Institut Software- und Multimediatechnik und in Abstimmung mit dem Netzwerk Technische Visualistik vornehmen.
Die nachfolgende Agenda soll eine Orientierung geben, wie der Ablauf eines solchen Workshops sich gestalten kann.

Zeit Tag Ort Kategorie Inhalt
1.Woche Mo. Kunde Workshop Workflowanalyse
Di. Kunde Workshop Nutzergruppenanalyse
Mi. Kunde Workshop Anforderungsanalyse
Do. DD Analyseauswertung
Fr. DD Konzepterstellung und Dokumentation
2. Woche Mo. Kunde Workshop Interaktionsdesign
Di. Kunde Arbeit vor Ort Erstellung Grobkonzept / Wireframe
Mi. Kunde Arbeit vor Ort Erstellung Grobkonzept / Wireframe
Do. DD Erstellung Feinkonzept / Designentwürfe
Fr. DD Erstellung Feinkonzept / Designentwürfe
3. Woche Mo. DD Erstellung Feinkonzept / Designentwürfe
Di. DD Erstellung Feinkonzept / Designentwürfe
Mi. DD Lastenheft / Dokumentation
Do. DD Lastenheft / Dokumentation
Fr. Kunde Präsentation + Übergabe

Demonstratoren:

Bei den folgenden Beispielen handelt es sich um eine Mischung aus Forschungs- und Industrieanwendungen, mit verschiedenen Technologien in Soft- und Hardware:

Flexible Display

Eine Möglichkeit einer direkten dreidimensionalen Interkation stellen flexible Displays dar, wie dem DepthTouch [5] und der FlexiWall [6], [7]. Partner: TU Dresden (MG), T-Systems MMS.

DELVIZ

Eine Möglichkeit Daten über ihre Metadaten zu erkunden und Beziehungen zu entdecken bietet die Anwendung Deep Exploration and Vizualisations [8]. Partner: TU Dresden (MG), queo GmbH.

Medienstationen

Softwaretechnologische Interfaces sind eine Schnittstelle zwischen der virtuellen/digitalen und der realen/gegenständlichen Welt. Entsprechende Umsetzungen werden regelmäßig in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gezeigt [9], [10]. Partner: TU Dresden (MG), HTW Dresden, GTV, SKD.

AR-Interfaces

Eine Möglichkeit ist es VR-Systeme zu nutzen, um AR-Konzepte für Nutzfahrzeuge, wie Mähdrescher, Radlader und Rad-/Kettenbagger, durchzuspielen – ortsunabhängig und kostengünstig [11], [12]. Partner: TU Dresden (MG, TD) und GTV.

Prototyping

Eine Möglichkeit, Interface für eine Gruppennutzung zu konzipieren, stellt das Vorgehen nach „Low-Fidelity Prototyping“ dar, hier am Beispiel einer Experten-Datenvisualisierung [13]. Partner: GTV.

Laufende Projekte der Trail-Partner, die Kompetenz demonstrieren:

    • CORDE – Creative Organization Repository for Data Exploration
    • Sprechmaschine – Faszination Sprechende Maschine: Technologischer Wandel der Sprachsynthese über zwei Jahrhunderte
    • VISKOMMP – Visuelle kollaborative Multi-Meeting-Protokollsysteme
    • VANDA – Visual and Analytics Interfaces for Big Data Environments
    • DAMM – Digitales Archiv Mathematischer Modelle

Möglichkeiten für Projekte und Förderinstrumente:

    • Forschungsprojekt gefördert durch ESF-, EFRE, Fonds der Europäischen Union.
    • Forschungsprojekt gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland oder dem Freistaat Sachsen
    • Workshops auf Dienstleistungsbasis

Sie haben Interesse an diesem Trail? Dann kontaktieren Sie uns!
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References:

[1] R. Groh, „Technische Visualistik: Beiträge zur Überwindung der Desktop-Metapher.“, Informatik-Spektrum, Juli 2014.
[2] „Technische Visualistik“. [Online]. Verfügbar unter: http://technische-visualistik.de/. [Zugegriffen: 01-Juni-2017].
[3] „Smart Systems Hub – Silicon Saxony e.V.“ [Online]. Verfügbar unter: http://www.silicon-saxony.de/next-2016/smart-systems-hub/. [Zugegriffen: 01-Juni-2017].
[4] I. S. Franke, Untersuchungen zum Wahrnehmungsrealismus von Abbildern und Bildern: computergrafische Optimierungsansätze im Spannungsfeld von bildhafter Gestaltung, virtueller Architektur und visueller Wahrnehmung. Dresden: TUDpress, 2015.
[5] J. Peschke, F. Göbel, T. Gründer, M. Keck, D. Kammer, und R. Groh, „DepthTouch: An Elastic Surface for Tangible Computing.“, in Proceedings of the Conference on Advanced Visual Interfaces 2012 (AVI 12 , 22. – 25. Mai 2012, Capri Island), New York, 2012.
[6] M. Müller, A. Knöfel, T. Gründer, I. S. Franke, und R. Groh, „FlexiWall: Exploring Layered Data with Elastic Displays.“, in Proceedings of the ACM International Conference on Interactive Tabletops and Surfaces (ITS, 16.-19. November, 2014, Dresden), Dresden, 2014.
[7] I. S. Franke, M. Müller, T. Gründer, und R. Groh, „FlexiWall: Interaction in-between 2D and 3D Interfaces.“, in Proceedings of Human-Computer Interaction: Design and Development Approaches, 16th International Conference, HCI International 2014 (HCI’ 14, 22.-27. Juni 2014, Heraklion), Heidelberg, 2014, Bd. 434.
[8] M. Keck, D. Kammer, R. Iwan, S. Taranko, und R. Groh, „DelViz: Exploration of Tagged Information Visualizations“, Inform. 2011 – Interakt. Vis. Im Daten-Web, 2011.
[9] F. Hannß, E. Lapczyna, und R. Groh, „BILD – RAUM – LEIB. Definitionsversuche eines subjektbezogenen Interaktionsraums“, in Computer als Medium »Hyperkult XXI« Digital Nativity – die Normalität des Digitalen, 2012, S. 2–6.
[10] F. Hannß, E. Lapczyna, und R. Groh, „The body-perceiving museum“, in Proceedings of MEDIA ART HISTORIES 2013: RENEW 2013: The 5th International Conference on the Histories of Media Art, Science and Technology, Riga, 2013.
[11] A. Knöfel, M. Müller, R. Groh, und J. Krzywinski, „Interfacekonzepte für präsente Assistenten“, in Proc. Useware 2016, 2016.
[12] A. Knöfel, R. Groh, R. H. Stelzer, und I. S. Franke, „The User Interfaces of Intelligent Assistance Systems.“, in Proceedings of the 5th International Congress of International Association of Societies of Design Research (IASDR, 26.-30. August 2013, Tokyo), Tokyo, 2013.
[13] J. Wojdziak, B. Bansemir, B. Kirchner, B. Lochner, und R. Groh, „Low-Fidelity Prototyping for Collaborative User Interface Specifications“, in HCI International 2016 – Posters’ Extended Abstracts, Bd. 617, C. Stephanidis, Hrsg. Cham: Springer International Publishing, 2016, S. 167–172.