

Gastbeitrag
Vernetzte Datenräume für Industrie und Bauwesen: Ein Rückblick auf die Hannover Messe 2026
April 30, 2026
Co-Innovation
Digitalisierung
Automatisierung
Fünf Tage, vier Anwendungsfelder, zahllose inspirierende Gespräche: Die Hannover Messe 2026 war für N+P Informationssysteme (N+P) ein starkes Signal, dass die Themen, an denen wir arbeiten, im Herzen der industriellen Transformation angekommen sind. Als Teil des Industrie-4.0-Partnerstands des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) in Halle 13 haben wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern gezeigt, wie sich vernetzte Datenräume in der Praxis für Fertigung, Service und Bauwesen gleichermaßen einsetzen lassen.

BjörnSchuster
Authorized officer, Head of Business Development
N+P Informationssysteme
GREEN-TWIN: Souveräne Plattformen von der Maschine bis in die Cloud
Ein zentrales Thema unseres Messeauftritts war das Projekt GREEN-TWIN, gefördert im Rahmen der 8ra-Initiative. Im Kern geht es um die Frage, wie Unternehmen Daten aus Maschinen und Anlagen sicher nutzen können, ohne dabei ihre Datenhoheit aufzugeben. N+P verfolgt dazu einen Ansatz mit souveränen, hybriden Plattformstrukturen, die maschinennahe Datenverarbeitung in der Edge mit cloud-basierten Anwendungen und digitalen Zwillingen verbinden.
Besonders lebendig wurde dieses Szenario durch die Zusammenarbeit mit der SITEC Industrietechnologie GmbH: Ein reales Montagemodul von SITEC war direkt am Messestand eingebunden und machte für Besucher unmittelbar erlebbar, wie Daten aus dem laufenden Anlagenbetrieb in eine durchgängige digitale Struktur von der Maschine über die lokale Edge-Verarbeitung bis hin zur Nutzung in übergeordneten Plattformen und Datenräumen überführt werden. Der Mehrwert liegt in einer Architektur, die Sicherheit, Skalierbarkeit und Integrationsfähigkeit vereint und Unternehmen eine Grundlage gibt, um digitale Zwillinge aufzubauen und datenbasierte Services zu entwickeln.
Dokumentenanzeige im digitalen Zwilling des SITEC-Montagemoduls.
CO₂-Tracking über Manufacturing-X: Emissionen dort sichtbar machen, wo sie entstehen
Nachhaltigkeit war auf der Hannover Messe 2026 kein Randthema und das spiegelte sich auch in den Reaktionen an unserem Stand wider. Im Szenario CO₂-Tracking über Manufacturing-X zeigen wir gemeinsam mit der Smart Systems Hub GmbH, wie Emissionsdaten entlang der Wertschöpfungskette transparent erfasst, eindeutig zugeordnet und nachvollziehbar bereitgestellt werden können.
Manufacturing-X-Testbed im Überblick – Digitaler Zwilling mit Echtzeitüberwachung über den Datenraum.
Der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen CO₂-Reporting: Die Daten werden nicht isoliert betrachtet, sondern in reale Prozess- und Wertschöpfungszusammenhänge eingebettet. Im Zusammenspiel von Maschinen, Sensorik, digitalen Zwillingen und Datenraumtechnologien wird sichtbar, wie Nachhaltigkeitsdaten direkt in industrielle Abläufe integriert und für Nachweise, Auswertungen sowie gezielte Prozessoptimierungen nutzbar gemacht werden können. Genau dort, wo Unternehmen sie brauchen: für Kundenanforderungen, Partnerbeziehungen und eigene Nachhaltigkeitsziele.
Datenaustausch zwischen Betreiber und Hersteller: Service neu denken
In vielen Industrieunternehmen ist die Situation vertraut: Wartungen erfolgen reaktiv, Daten liegen fragmentiert vor, und wichtige Informationen gehen zwischen Betreiber, Integrator und Hersteller verloren. Genau hier setzt das dritte Szenario an, das N+P gemeinsam mit Smart Systems Hub, SITEC und der ULT AG präsentiert hat.
Gezeigt wird, wie reale Betriebsdaten über standardisierte Datenräume organisationsübergreifend genutzt werden können und als Grundlage für zustandsorientierte Services, höhere Anlagenverfügbarkeit und wirtschaftlicheres Ersatzteilmanagement dienen. Durch sicheren, klar geregelten Datenaustausch über den gesamten Anlagenlebenszyklus entsteht eine durchgängige, datenbasierte Sicht auf Nutzung und Verschleiß. Das macht vorausschauende Instandhaltung nicht zur Vision, sondern zur konkreten Möglichkeit und zeigt, wie Partner entlang der Wertschöpfungskette auf Basis verlässlicher Datenflüsse enger zusammenarbeiten können.
Condition Monitoring einer Absauganlage der Firma ULT AG auf der N+P-Plattform.
Dass dieses Thema den Nerv der Zeit trifft, zeigte sich auch im Messeprogramm: Den Auftakt der Woche bildete ein Paneltalk des Smart Systems Hub, an dem N+P gemeinsam mit Industriepartnern teilnahm, mit der klaren Botschaft, dass Digitalisierung und Manufacturing-X keine Zukunftsthemen mehr sind, sondern Gegenwart.
Neue Geschäftsmodelle, digitale Services und datengetriebene Produktionsoptimierung sichern die Wettbewerbsfähigkeit langfristig, und die technischen Voraussetzungen dafür sind heute vorhanden. Passend dazu war N+P auch als Mitredner bei einem Bühnenvortrag des VDMA e. V. vertreten, der unter dem Titel „Wie arbeiten wir mit Daten im Maschinenbau? Von sauberer zu intelligenter Luft" genau diese Frage in die Praxis übersetzte.
Matthias Scharpe vom VDMA e. V. brachte es auf den Punkt: Manufacturing-X sei der Enabler für unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und schaffe entscheidende Wettbewerbsvorteile – vorausgesetzt, Unternehmen nutzen ihre Daten konsequent.
Paneltalk und Vortrag VDMA e. V..
Manufacturing-X trifft Construct-X: Datenräume über Branchengrenzen hinweg
Das vierte Anwendungsfeld war zugleich das vielleicht zukunftsweisendste: Gemeinsam mit der Construction Future Lab gGmbH und dem Verein buildingSMART Deutschland e. V. haben wir demonstriert, wie die Welten von Industrie und Bauwesen durch vernetzte Datenräume zusammenwachsen können.
Konkret geht es darum, wie Daten aus dem Maschinenumfeld – etwa von Baumaschinen – so aufbereitet und bereitgestellt werden können, dass sie auch im Baukontext direkt nutzbar sind. Der Demonstrator verknüpft dabei die vom BMWE geförderten IPCEI-CIS-Projekte GREEN-TWIN und Construct-X mit dem Manufacturing-X-Projekt Fluid4.0. So wird ein Szenario lebendig, das neue Möglichkeiten für Transparenz, Nachhaltigkeitsnachweise und digitale Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg eröffnet uns somit ein konkreter Schritt hin zu branchenübergreifenden Datenökosystemen darstellt.
CO2-Tracking eines Radladers.
Fazit: Was die Messewoche hinterlässt
Was uns in den vielen Gesprächen der Messewoche besonders beeindruckt hat: Die Fragen, die Besucher mitgebracht haben, waren präzise und praxisorientiert. Es geht längst nicht mehr um das „Ob“ der Digitalisierung, sondern um das konkrete „Wie“. Wie lassen sich Daten sicher teilen, wie entstehen durchgängige Prozesse, wie werden Informationen ohne Medienbrüche nutzbar? Genau daran arbeiten wir bei N+P.
Wir freuen uns darauf, den Dialog weiterzuführen und gemeinsam mit Partnern und Kunden zu erarbeiten, welche der gezeigten Ansätze sich für deren spezifische Anforderungen eignen.
Alle Innovationen im Überblick
Sie möchten tiefer in die präsentierten Themen einsteigen? Auf unserer Innovationsseite finden Sie alle vier Szenarien, mit technischen Hintergründen, konkreten Anwendungsfällen und weiterführenden Informationen ausführlich beschrieben:
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