

Gastbeitrag
Wenn Supply Chain auf Smart Systems trifft: Unser Rückblick auf die hub:disrupt 2026
22. Oktober 2026
Co-Innovation
Digitalisierung
Automatisierung
Was können Unternehmen aus Logistik, Handel und Manufacturing voneinander lernen? Welche Rolle spielen Humanoids und Digital Twins heute schon in der Praxis? Und was entsteht, wenn zwei Innovationsökosysteme ihre Netzwerke verbinden? Genau darum ging es für uns auf der hub:disrupt 2026 in Dresden.

Emily Roberts-Widera
Head of Co-Creation & Transformation
Digital Hub Logistics & Commerce
Am 30. September brachte der Smart Systems Hub Dresden Unternehmen, Technologieanbieter und Fachleute aus den Bereichen Logistics, Manufacturing und Construction zusammen. Neben dem Bühnenprogramm und einem exklusiven Dinner am Vorabend boten zahlreiche Lab Sessions die Gelegenheit, tiefer in einzelne Themen einzusteigen und Erfahrungen auszutauschen.
Auch wir waren als Digital Hub Logistics & Commerce mit unserem Netzwerk vor Ort. Gemeinsam mit KION, Proximity Robotics, der ZUFALL Logistics Group und Pelora haben wir zwei Lab Sessions aktiv mitgestaltet.
Foto: © Timm Ziegenthaler
Physical AI und Humanoids: Was ist heute schon möglich?
Humanoide Roboter und Physical AI sorgen aktuell für viel Aufmerksamkeit. Doch wie weit sind die Technologien tatsächlich? Wie aufwendig ist das Training humanoider Roboter? Und für welche Aufgaben ist ihr Einsatz sinnvoll?
Diesen Fragen widmeten sich Experten von KION und Proximity Robotics in einer 90-minütigen Lab-Session. Gemeinsam gaben sie Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand, erklärten unterschiedliche Trainingsansätze und diskutierten mögliche Anwendungsfälle in der Intralogistik.
Ihr ehrlicher Reality Check: Zwischen einer beeindruckenden Demonstration und dem zuverlässigen Praxiseinsatz liegen noch einige Hürden, darunter hoher Trainingsaufwand und schwer verfügbare Ersatzteile. In der Intralogistik erscheinen zunächst fahrbare Roboter mit zwei Armen in Bereichen ohne direkten Kontakt zu Menschen realistisch. Gleichzeitig dürfte sich die Technologie in den kommenden Jahren deutlich weiterentwickeln.
Digital Twins: Unterschiedliche Ansätze, gemeinsame Lernmöglichkeiten
Auch in unserer zweiten Lab Session ging es um konkrete Anwendungen. KION, die ZUFALL Logistics Group und Pelora brachten drei unterschiedliche Ansätze und Lösungen rund um Digital Twins mit. Sie zeigten, wie digitale Zwillinge in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.
Dabei konnten wir als Digital Hub insbesondere die Perspektive aus Logistik und Supply Chain einbringen. Welche Herausforderungen beschäftigen Unternehmen entlang der Lieferkette? Wo könnten digitale Zwillinge helfen? Und welche Erfahrungen aus anderen Industrien lassen sich übertragen?
Besonders interessant waren die unterschiedlichen Herangehensweisen aus Manufacturing und Logistik. Im Manufacturing werden digitale Zwillinge beispielsweise genutzt, um Anlagen und Prozesse bereits vor ihrer physischen Umsetzung digital vorzukonfigurieren, zu simulieren und zu testen. Für die beteiligten Logistikunternehmen ergaben sich daraus neue Ideen für eigene Anwendungsfälle. Umgekehrt ergänzten ihre Anforderungen und Erfahrungen die Diskussion um weitere Einsatzmöglichkeiten.
Für uns ein gutes Beispiel dafür, was branchenübergreifender Austausch bringen kann: Unternehmen beschäftigen sich häufig mit ähnlichen Herausforderungen, gehen diese aber unterschiedlich an. Wer Erfahrungen und Lösungsansätze miteinander teilt, muss nicht bei jeder Fragestellung wieder bei null anfangen.
Foto: © Timm Ziegenthaler
Hub-to-Hub-Kollaboration: Wenn Netzwerke zusammenkommen
Neben den fachlichen Erkenntnissen war die hub:disrupt für uns auch ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen zwei Innovationsökosystemen aussehen kann.
Der Smart Systems Hub Dresden bringt ein starkes Netzwerk und Expertise rund um vernetzte Systeme, Automatisierung und künstliche Intelligenz mit. Wir als Digital Hub Logistics & Commerce vernetzen Unternehmen, Startups und weitere Akteure aus Logistik, Handel und entlang der gesamten Supply Chain. Wir kennen viele der Herausforderungen, mit denen sich die Unternehmen beschäftigen, und bringen die passenden Partner und Perspektiven an einen Tisch.
Gerade die Kombination macht die Zusammenarbeit spannend. Für die hub:disrupt konnten wir Unternehmen und Fachexperten aus unserem Netzwerk einbringen und gemeinsam zwei Lab Sessions gestalten, in denen technologische Möglichkeiten auf konkrete Fragen aus der Unternehmenspraxis trafen.
Auch abseits der Sessions gab es viel mitzunehmen: neue Kontakte, fachliche Diskussionen und Einblicke in Herausforderungen und Lösungen anderer Industrien. Besonders spannend war dabei die hohe Dichte an Menschen, die sich nicht nur theoretisch mit den Technologien beschäftigen, sondern selbst an deren Entwicklung oder Anwendung arbeiten.
Warum wir mehr Zusammenarbeit brauchen
Zum Abschluss der hub:disrupt stand eine Frage im Raum, die auch unsere tägliche Arbeit im Digital Hub prägt: Warum braucht es unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und welchen Beitrag können de:hubs dabei leisten?
Unsere Antwort: Nicht jedes Problem kann oder muss allein gelöst werden.
Gerade bei komplexen technologischen Herausforderungen liegt das benötigte Wissen selten an einer einzigen Stelle. Technologieanbieter kennen ihre Lösungen, Anwenderunternehmen ihre Prozesse und Anforderungen. Andere Branchen haben möglicherweise ähnliche Probleme bereits gelöst oder zumindest erste Erfahrungen gesammelt.
Unsere Aufgabe als Digital Hub ist es, diese Perspektiven zusammenzubringen. Wir kennen die Unternehmen und ihre Herausforderungen, stellen Kontakte her und schaffen als neutraler Partner einen Rahmen, in dem auch offen über Schwierigkeiten, Grenzen und noch ungelöste Fragen gesprochen werden kann. Denn genau daraus können neue Ideen und gemeinsame Projekte entstehen.
Und die hub:disrupt hat gezeigt, dass dieser Gedanke auch für uns als Innovationsökosysteme gilt. Nicht jeder Hub muss jede Expertise selbst aufbauen oder jedes Thema allein bearbeiten. Wenn wir unsere Netzwerke und Kompetenzen verbinden, können wir Unternehmen Zugang zu Menschen, Erfahrungen und Lösungen ermöglichen, die sie im eigenen Umfeld vielleicht nicht gefunden hätten.
Vielen Dank an das Team des Smart Systems Hub Dresden für die tolle Organisation und die Möglichkeit, die hub:disrupt gemeinsam mit unseren Partnern aktiv mitzugestalten. Wir nehmen viele fachliche Impulse, neue Kontakte und vor allem Lust auf weitere gemeinsame Projekte mit nach Hamburg!
Unsere strategischen Partner
Unsere Schlüsselpartner runden unseren Technologiestack mit entsprechender Software, Hardware und Konnektivität ab. Hinzu kommen Kooperationen mit Forschung, öffentlicher Hand, Startups sowie Anwendern.





